2. Adelsberger Bike Marathon

Der Adelsberger Bike Marathon war mein erstes Cross-Country Rennen. Es gab drei Streckenlängen 20, 40 und 60 km. Ich bin die 40 km mitgefahren. Meine Platzierung kann sich als 28. von 125 Teilnehmern der 40 km Runde sehen lassen.

Mein Dank geht an Mario, welcher mir sein Hardtail für diese Rennen ausgeliehen hat, obwohl er es wahrscheinlich am liebsten selbst gefahen währe. Des Weiteren danke ich der Familie Schulze, welche uns beide super unterstützt hat.

Die Strecke hatte pro Runde 540 Höhenmeter und bestand aus Schotter, Waldboden und Strassen. Die Abfahrten waren für mich schon ganz ordentlich. Die Anstiege waren bis auf eine ca. 1 km lange Strecke von der Steigung und vom Untergrund her problemlos. Bei der einen Stelle handelte es sich um ein sehr steiles Stück über Waldboden mit Wurzeln und kleineren aber nassen Steinen. Ich furh dort mit dem kleinesten Gang (22/34) hoch. Einige Fahrer mussten dort absteigen. Am Ende dieser Passage überholte ich in beiden Runden einige Fahrer.

Meine Taktik für dieses Rennen war so einfach wie erfolgreich. Ich habe mich einfach auf meinen Pulsmesser verlassen. Da es mein erstes Rennen war, hatte ich keine anderen Erfahrungen. Aus vier Brockenanküften und einmal Fichtelberg mit dem Rennrad wusste ich, wie lange ich einen bestimmten Puls aushalten kann. Die Strecke entsprach, wenn man über die Höhenmeter glättet, ziemlich genau zweimal der Strecke von Schierke zum Brocken und wieder herunter. Sogar die Streckenlänge stimmt.

Die Quittung bekam ich am Anfang und die Leute, welche auf meinem Level unterwegs waren, am Ende. Ich las am Anfang recht viele Biker ziehen. Mein Puls stand beim ersten Anstieg auf Asphalt auf 185, was mir reichte. 185 ist mein 35 min Brocken wohlfühl Hochfahrpuls. In der zweiten Runde überholte ich allerdings noch ca. 10 Fahrer.

Ich bewerte mein Vorgehen als erfolgreich. Ich weiß nicht, ob es viel gebracht hätte, am Anfang etwas weiter vorn gewesen zu sein. Ich hatte war keinen, der mich so richtig gezogen hat, weiß aber nicht, ob mein Körper ein höheres Tempo mitgemacht hätte. Ich konnte in jeder Situation noch attakieren. So konnte ich auf der zweiten Runde jeden Fahrer vor mir vor einer Abfahrt überholen. Vor allem am Ende eines Anstieges hatte ich noch soviel Energie, dass ich auf dem anschließenden Flachstück nicht komplett auf dem Rad abhing. Ich konnte in diesen Situationen beschleunigen, um auf eine für die Ebene fast normale Geschwindigkeit zu kommen. Dies ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn man auf Flachstücken abhängt, verschenkt man sicherlich auch viel Zeit. Des Weiteren finde ich es sicherer auf einer Abfahrt als Erster zu fahren. Erstens kann vor einem Keiner stürtzen und zweitens sieht man selber viel mehr, wodurch die eigene Sturzgefahr sinkt. Meinen Speed auf den Abfahrten schätze ich als schnell genug ein. Mich haben nur sehr wenige überholt.

Dies war mein erstens Rennen überhaupt und nicht nur mein erstes MTB Rennen. Dadurch hatte ich auch die höchste Belastung über ca. 2 Stunden. Ähnlich hohe Belastungen bestanden nur am Brocken. Mein Durchschnittspuls lag bei diesem Rennen bei 176 Schlägen pro Minute über 2 Stunden. Ich habe eine neue Erkenntnis aus dieser Situation. Auf der ersten Runde fuhr ich wie schon angesprochen die Anstiege mit einem Puls von 185. Auf der zweiten Runde erreichte ich diesen Puls nicht mehr. An den meisten Anstiegen schaffte ich mit dem gleichen Gefühl in den Beinen nur noch einen Puls von 175 bis 178. Dies sind fast 10 Schläge weniger. Ich ziehe folgenden Schluß daraus: mein Kreislauf ist fitter als meine Beine. Dieses Ergebis passt auch gut zu meinem Training. Ich habe das ganze Jahr auf dem Rennrad eher Grundlagenausdauer trainiert. Einheiten an Kraftausdauer und Intervalltraining kamen viel zu unregelmäßig. Daraus resultiert ein im Vergleich zu dem Vermögen der Muskeln guter Kreislauf. Mein Kraftwerk ist also besser als mein Motor. Mit dieser Erkenntnis kann ich nächtes Jahr sicherlich angepasster trainieren.

Vielleicht schreib ich noch etwas zum inneren Schweinehund, also allgemein zur Kopfsache. Ich hatte das ganze Rennen kein Motivationsproblem. Ich habe mich allerdings auch nie richtig down gefühlt. Ich muss auch sagen, dass ich es außerdordentlich mag noch Reserven zu haben. Dies unterstreicht auch, dass ich am langen Anstieg jedesmal am Ende zwei bis drei Fahrer überholt habe. Ich fand es toll noch ein paar Kohlen nachlegen zu können. Anderseits habe ich durch diese Fahrweise wahrscheinlich noch ein paar Plätze verschenkt. Ich hätte wahrscheinlich das ganze Rennen einen Tick schneller fahren können. Vielleicht muss man schon mitten im rennen voll fertig sein. Schade, dass mein CM 436 M noch nicht lieferbar war. Dann hätte ich das Rennen besser analisieren können.

Anderseits fahre ich Rennen um Spass zu haben und nicht, um vielleicht 2 min eher anzukommen. Meine Grundeinstellung ist nunmal die des etwas überlegen sein. Macht einfach viel mehr Spass als das ganze Rennen nur rumkotzen zu müssen. Ich werde mich beim nächsten Rennen den Bikern etwas anpassen, indem ich beim Start etwas mehr Gas gebe, um später mehr in meiner Leistungsklasse zu sein.

Als schlechtes Beispiel wird mir Marios Rennen im Gedächtnis bleiben. Er hat nun wirklich etwas Erfahrung aus schätzungsweise 6 Rennen. Er ist aber am Anfang einfach viel zu schnell losgefahren. Ich habe ihn dann auf der ersten Runde auf der Hälfte vor dem steilen Anstieg wieder gesehen. Gesehen heißt, dass er ca. 200 - 300 Meter vor mir war. Das ist in so einem Rennen nicht wenig. Trotzdem habe ich ihn schon am Ende des letzten Anstiegs bei Kilometer 15 überholt. Wir sind dann gemeinsam durch Start/Ziel auf die zweite Runde gegangen. Am ersten Anstieg habe ich ihn dann hinter mir gelassen und auch nichts mehr von ihm gesehen. Er ist 3 min und 8 Plätze hinter mir ins Ziel gekommen. Dabei muss man beachten, dass er vom “Papier her” viel besser als ich ist. Ich habe das ganze Jahr mit ihm zusammen trainiert. Die erste Fahrt auf den Brocken hoch, ist er zwischendurch nicht noch einmal auf Toliette gegangen und hat mich trotzdem noch überholt. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er sich den letzten Monat nicht so fit gefühlt hat. Aber er hätte trotzdem vor mir ins Ziel kommen müssen. Er ist am Anfang einfach viel zu schnell gefahren.

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Daten

Höhenmeter
1080 m
Schnitt
21,60 km/h
Fahrtzeit
1 h 56 min 48 sec
Max
64,3 km/h
Strecke
42,04 km
Puls Zeit (nicht am Anfang gedrückt)
1 h 51 min 18 sec
avg Puls
176
max Puls
198
kcal
2236